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Renovierung der Pressburger Burg

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Wussten Sie, dass...?

… die erste schriftliche Erwähnung der Burg aus dem Jahre 907 stammt?

… die erste Darstellung der Burg aus dem 14. Jahrhundert stammt?

… auf der Bratislavaer Burg einer Auslegung zufolge die Heilige Elisabeth geboren wurde?

... der Kronenturm das einzige Bauteil der bis heute erhaltenen romanischen Burg ist.

… das die Briefmarke mit dem Motiv der Bratislavaer Burg eine öffentliche Umfrage gewann?

... das Motiv der Bratislavaer Burg auch die slowakischen Euromünzen schmückt?

... der Erfinder Wolfgang Kempelen im 18. Jh. die Wasserversorgung der Burg gelöst hat?

...die Bratislavaer Burg als eine der am besten befestigten Burgen in ganz Ungarn galt?

...bei der Befestigung der Bratislavaer Burg wertvolle Reitpferde eingestellt wurden?

...sich im Burgpalast im 18. Jahrhundert auch eine Apotheke befand?

...auf der Bratislavaer Burg pompöse Hochzeit junger Kunigunde von Ungarn stattgefunden hatte?

...direkt unter den Fenstern der Bratislavaer Burg ein Freilichtkino stand?


Home » Renovierung der Burg » Hauptziele der Erneuerung

Renovierung der Burg

  • Renovierungsphasen

  • Hauptziele der Erneuerung

Geprägt vom Zahn der Zeit

Fünfundachtzig Meter hoch über der Donau erhebt sich die Bratislavaer Burg (auf deutsch auch Pressburger Burg genannt), die bereits seit Jahrhunderten einen festen Bestandteil des Stadtpanoramas bildet. Ihr jetziges Aussehen ist das Ergebnis einer langen historischen, architektonischen und baulichen Entwicklung. Diese hatte der Burg ihre endgültige barocke Gestalt verliehen, in der sie sich nach dem Theresianischen Umbau befand, bevor diese im Jahr 1811 von einem katastrophalen Brand vernichtet wurde. Nach langen 140 Jahren blieb von der Burg nur eine Ruine, die man nach und nach verkommen ließ, wobei auch an ein Abreißen der Burg und ihr Ersetzen durch neue Objekte gedacht wurde. Die Burg wurde erst wieder in den Jahren 1953 bis 1968 zum ersten Mal renoviert. Es ist deshalb nur verständlich, dass die Burg - aus der Nähe betrachtet - immer merklicher vom Zahn der Zeit geprägt ist.

Ein neues Antlitz muss her

Mit der Renovierung der Burg wurde in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begonnen. Die erste Phase, die ungefähr 15 Jahre dauerte, ist nur als physische Rettung des Objektes zu bezeichnen. Sie wurde durch begrenzte finanzielle Möglichkeiten in Folge der politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes, sowie durch mangelnde Archiv- und Geländeerforschung geprägt.

Zusammen mit der Entstehung der föderalen Gliederung des tschechoslowakischen Staates, hatten sich nach dem Jahre 1968 auch die Anforderungen an die Bratislavaer Burg geändert. Die Burg wurde zum Ort staatlicher Repräsentation und zur Herberge für Ausstellungen des Slowakischen Nationalmuseums.

Anfangs wurden nur teilweise Umbauten im Inneren realisiert, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Zu Beginn der achtziger Jahre hatte jedoch die Überzeugung die Oberhand gewonnen, dass es, angesichts der begrenzten Mittel in der ersten Phase der Renovierung, unerlässlich sei, mit der Renovierung in eine zweite Phase zu gehen. Erst durch die Umsetzung dieses Renovierungsvorhabens wurde es ermöglicht, dass der Zustand der Burg der geschichtlichen, staatlich-repräsentativen und kultur-gesellschaftlichen Bedeutung Rechnung trägt, die der Bratislavaer Burg auch im 21. Jahrhundert mit Recht zukommt.

Laut Entwurf soll der Burgpalast und das gesamte Gelände nach der Neugestaltung an die letzte barocke Phase der natürlichen, historischen Entwicklung vor dem großen Brand anknüpfen. Gleichzeitig sollen die verbliebenen historischen Werte mit Nachdruck auf die wichtigsten Epochen – Großmähren, Mittelalter sowie neuzeitliche Geschichte - beachtet und unterstrichen werden.

Ein gleicherweise wichtiges Vorhaben besteht darin, dieses bedeutende Denkmal für die Besucher der Hauptstadt wesentlich attraktiver zu machen, einschließlich einer allseitigen Nutzung über das ganze Jahr. Dazu soll vor allem die Erschließung von historischen Bereichen, die bis jetzt nicht zugänglich waren, sowie Ausweitungen und Verbesserungen der Ausstellungsbedingungen des Slowakische Nationalmuseums, die Renovierung einiger vom Brand zerstörter Burgteile wie auch die Verbesserung der Infrastruktur und der Parkmöglichkeiten beitragen.

Renovierung des Burgpalastes hat oberste Priorität

Nach acht Jahren Planungsarbeit an der umfassenden Renovierung begann im April 2008 die erste Stufe – die Renovierung des Burgpalastes. An seinen Renovierungsentwürfen wird bereits seit 2001 gearbeitet, die Renovierung selbst wurde jedoch aus Geldmangel um einige Jahre verschoben. Die Umbauarbeiten sollen umfassend sein. Der Außenmantel, der Hofplatz sowie alle Innenbereiche sollen allesamt renoviert werden. Die voraussichtlichen Kosten für die komplexe Renovierung des Burgpalastes und der anliegenden Objekte, sowie weiterer vorhandener und geplanter Objekte auf dem Burggelände betragen 126 Millionen Euro (3,8 Mrd. SKK) einschließlich MwSt.

Diese beinhalten die bereits genehmigten, sowie weitere voraussichtliche Ausgaben für den baulichen und fertigungstechnischen Teil, die Kosten für Entwurfspläne, Erkundungen, Ingenieurtätigkeiten, Ausstattung, Ausstellungselemente für Bedürfnisse des Slowakischen Nationalmuseums, eine finanzielle Reserve aber auch alle zu diesem Zwecke bis zu diesem Zeitpunkt bereits beanspruchten Finanzmittel.

Die Umsetzung des gesamten Vorhabens wird jedoch von den Prioritäten und Möglichkeiten des Staatshaushaltes abhängen und wird auf einige Jahre geschätzt.

Den Schwerpunkt der Arbeiten bildet die Renovierung des Burgpalastes, der sich bautechnisch in einem besonders schlechten Zustand befindet. Nach seiner Renovierung werden der Öffentlichkeit viele historische Räumlichkeiten zugänglich gemacht, die noch vor kurzem als Lagerplätze oder technische Bereiche genutzt wurden. Plänen zufolge soll im Untergeschoss eine Ausstellung eröffnet werden, die der Geschichte der Bratislavaer Burg gewidmet ist und Originalfunde aus der großmährischen Zeit beinhaltet. Das erste Obergeschoss soll auch weiterhin staatliche Repräsentationsräume, sowie neue Ausstellungsbereiche beherbergen.

Eine der vielen Neuerungen umfasst die Nutzung des zweiten Obergeschosses, wo die Errichtung einer Burggalerie geplant ist. Im dritten Stock soll Platz für eine neue, repräsentative national-historische Ausstellung der Slowakei und eine Präsentation ihrer Volkskultur geschaffen werden. Das Dachgeschoss wird in ein öffentlich zugängliches Depot des Slowakischen Nationalmuseums umgewandelt. Unter dem Ehrenburghof des Burgpalastes werden Kunstbegeisterte durch das Lapidarium - eine Ausstellung von Steinartefakten - erfreut. Die bekannte Schatzkammer bleibt ohne wesentliche Eingriffe und wird nur einer angesichts ihren Alters erforderlichen Renovierung unterzogen.

Als technische Neuerung zählt ein neuer Personenaufzug, um einen barrierefreien Zugang zu allen Palastteilen zu gewährleisten. Ein neues Antlitz soll auch dem Palasthof verliehen werden, wobei die Fassaden geschichtsgetreu dargestellt werden sollen. Zur Attraktion für die Besucher wird auch der unterirdische Korridor, der den Burgpalast mit der Zisterne verband erneuert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Das ganze Burggelände soll wieder aufleben

Der Schwerpunkt der nächsten Renovierungsphase umfasst die Renovierung  weiterer Objekte auf dem Gelände der Bratislavaer Burg, insbesondere in ihrem nördlichen Abschnitt. Als Publikumsmagnet und zur attraktiven Wiederbelebung des Burggeländes soll der bereits seit längerem geplante Barockgarten dienen, der durch den großen Brand vernichtet wurde. Unterhalb des Gartens ist die Errichtung einer eingeschossigen Tiefgarage mit ungefähr zweihundert Parkplätzen und einer Einfahrt von der Zámocká Straße geplant. Diese soll helfen, den Mangel an Parkplätzen in der Umgebung der Burg zu lösen. Sie soll gemeinsam den Besuchern der Burg, des Parlaments sowie der nahen Umgebung dienen. Ohne die nötigen Parkplätze ist eine Wiederbelebung des Geländes für verschiedene Veranstaltungen und eine Nutzung das ganze Jahr über nicht denkbar.

Auch die Orangerie aus der Zeit Maria Theresias soll wieder aufgebaut werden. Das Gartenhaus soll im Sommer für kleine gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden und während der Wintermonate der Überwinterung von Wärme liebenden Pflanzen aus dem Garten dienen. Mit einer neuen Funktionsnutzung wird in seiner historischen Gestalt in diesem Teil des Geländes auch das Gebäude des Winterreitsaals dazu kommen. Gemeint ist damit ein 42 Meter langer Mehrzwecksaal mit einer Kapazität von ungefähr fünfhundert Sitzplätzen. Der Saal soll das ganze Jahr über für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt werden. Die Ausstellungsräume der Luginsland-Bastei und der Parlamentsbibliothek im nördlichen Mauergebäude sollen neu gestaltet werden. Eine mögliche Erweiterung der bis jetzt vorhandenen Unterkunftsmöglichkeiten für die Bedürfnisse des Nationalrates in den überschüssigen Büroräumen wird in Betracht gezogen.

Änderungen erwartet auch die östliche Oberterrasse des Burggeländes, wo eine Verbesserung der Darstellung archäologischer Fundstücke aus der großmährischen Zeit geplant ist. Die Verlegung der Straße auf die Schneidlinie der oberen und unteren Terrasse wird den Besuchern bis jetzt unbekannte Ausblicke auf die Stadt und den Palast erschließen. In die großmährische Epoche fällt auch das Vorhaben, die in dem Bereich unter der Bastei des Leopoldstors erhaltenen Überbleibsel des Holz-Erde-Walls der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zur Schau zu stellen. Die Renovierung wird auch eine neue Beleuchtung der Bratislavaer Burg samt Mauerwerk umfassen, um aus dieser die Dominante der nächtlichen Silhouette der Hauptstadt zu machen.


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